Palliative Betreuung


Palliative Betreuung

Einleitung:

Die meisten Menschen haben den Wunsch, so lange wie möglich in ihrer Häuslichkeit zu leben und möglichst in ihrem häuslichen und sozialen Umfeld zu sterben. Um Patienten, die an einer nicht heilbaren, fortschreitenden Erkrankung leiden, dies zu ermöglichen und sie in all ihren Belangen zu unterstützen, ist ein funktionierendes Netzwerk an spezialisierten Leistungserbringern erforderlich.

Der Palliativstützpunkt Cuxhaven greift die bestehenden Angebote der Region an spezialisierten Leistungserbringern auf – im  ambulanten und im stationären Bereich –  wie auch die bestehenden Strukturen der ambulanten Hospizarbeit und der Seelsorge, um in Zusammenarbeit mit den behandelnden Haus- und Fachärzten und dem Krankenhaus Cuxhaven ein gut funktionierendes Palliativnetzwerk in der Stadt und im Landkreis Cuxhaven aufzubauen.

Der Palliativstützpunkt ist an das Krankenhaus Cuxhaven angegliedert.

Palliative Care:

Die Weltgesundheitsorganisation erstellte 1990 eine Definition für ein ganzheitliches Betreuungskonzept zur Begleitung von Menschen in der letzten Lebensphase. Unter Palliative Care versteht man demnach die aktive und umfassende Behandlung, Pflege und Begleitung von Patienten von dem Zeitpunkt an, da ihre Krankheit nicht mehr auf kurative Behandlung anspricht.

Denn ab diesem Zeitpunkt kommt der Schmerzbehandlung und der Beherrschung weiterer Begleitsymptome sowie der Linderung psychischer, sozialer und spiritueller Probleme eine überragende Bedeutung zu. Der Einsatz der Palliativmedizin beginnt jedoch bereits lange vor der terminalen Lebensphase. Sie dient in allen Bereichen der medizinischen und pflegerischen Behandlung der Verbesserung der Lebensqualität des schwerkranken Patienten.

Vorrangiges Ziel der Palliativmedizin und der Palliativpflege ist die Verwirklichung der bestmöglichen Lebensqualität für den Patienten und seine Angehörigen. Sie will ein möglichst selbstbestimmtes Leben bis zum Tod ermöglichen und gleichzeitig den Angehörigen in schwierigen Situationen zur Seite stehen (Definition in Anlehnung an die Ziele der Deutschen Gesellschaft der Palliativmedizin).

Eckpunkte:

  • Es gilt der Grundsatz ambulant vor stationär
  • Die gewachsenen Strukturen vor Ort sind vorrangig
  • Das Versorgungskonzept ist ein hausarztbasiertes Konzept
  • Der Palliativmediziner ist in beratender und unterstützender Funktion tätig
  • Es werden Palliative Care Pflegefachkräfte einbezogen
  • Es werden ambulante Hospizdienste einbezogen
  • Das seelsorgerische Angebot wird einbezogen
  • Es sollen konkrete Anforderungen an die Qualifizierung aller beteiligten Berufsgruppen erfüllt werden
  • Es wird eine 24-h-Hotline gewährleistet
  • Netzwerkbildung vor Ort mit Transparenz der regionalen Strukturen

Ambulant:

Hausärzte:

Der Hausarzt hat eine besondere Vertrauensstellung  und medizinische Bedeutung in der Kontinuität der Behandlung von Patienten am Lebensende. Er koordiniert, in Abstimmung mit dem Patienten und/oder Angehörigen, die medizinische Behandlung, vermittelt ggf. eine ambulante Pflege und führt Gespräche, die in dieser besonderen und schwierigen Situation immer wieder erforderlich sind. Angestrebt wird, dass der Hausarzt bei Bedarf die Angebote des Palliativstützpunktes einbindet.

Palliativmediziner:

Das ergänzende Angebot zu der hausärztlichen Versorgung und Betreuung durch den Palliativmediziner besteht aus:

  • Telefonischer Beratung  zu Schmerztherapie/Symptomkontrolle
  • Ggf. konsiliarischer Hausbesuch
  • Erstellen und Erläutern eines Behandlungspfades für den palliativen Notfall

Ambulante Pflegedienste:

Je nach Notwendigkeit wird eine ambulante Pflege organisiert, die nach den medizinischen und pflegerischen Bedürfnissen des Patienten ausgerichtet ist.

Pflegekräfte mit Weiterbildung Palliative Care:

Den fachlich qualifizierten Palliative Care Pflegekräften des Pflegedienstes obliegt die palliativpflegerische und psychosoziale Betreuung von Patienten und deren Angehörigen im Sinne einer Unterstützung der allgemeinen Pflege.

Hierzu gehörten hauptsächlich:

  • Die Symptomkontrolle,
  • Gabe von verordneten Schmerzmitteln und Behandlung von Pflegeproblemen bedingt durch die nicht mehr kurativ zu behandelnde Erkrankung
  • Unterstützung und pflegerische Beratung der an der Behandlung beteiligten Ärzte, Pflegedienste, Heime und Angehörigen
  • Hilfe und Unterstützung bei der Auseinandersetzung mit der Krankheit und dem Sterben
  • Gemeinsame Krisenintervention (ärztlich und pflegerisch)
  • Verbleib im häuslichen Umfeld sichern

Seelsorge:
Ein wesentlicher Bestandteil  der Palliativversorgung ist die spirituelle und seelsorgerische Begleitung. Wenn erwünscht, begleitet der Seelsorger, unabhängig von deren Konfession, Patienten, Angehörige und Hinterbliebene. Gottesdienste, Aussegnung, Andachten am Krankenbett ergänzen das Gesprächsangebot.

Hospizdienste:
Die Hospizdienste verfügen über geschulte Hospizhelfer, die sich ehrenamtlich insbesondere im Bereich der sozialen und spirituellen Begleitung und Betreuung der Betroffenen engagieren.

Apotheke:
Die kontinuierliche und auch notfallmäßige Sicherstellung der pharmako-therapeutischen Versorgung der Patienten ist von großer Bedeutung.
Spezielle Fragen der Medikamentendarreichung, Zubereitung besonderer Rezepturen und Medikamentenbevorratung können besprochen, Therapie- und  Versorgungsprobleme somit minimiert werden.

Sanitätshäuser:
Die zeitnahe Beratung und Lieferung von benötigten Pflegehilfsmitteln wird durch die Sanitätshäuser sichergestellt.